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Wissenswertes zum Kirchenjahr

Interviews

 

Karwoche

Hintergrund:

    ¬∑ Diese Woche hat ihren Namen vom mittelalterlichen ‚Äěchar" und “kara”, d.h. Trauer und Klage.

    · Diese Woche vom Palmsonntag bis Karfreitag ist eng verbunden mit den letzten Tagen Jesu hier auf Erden.

    · Sie wird auch , Stille Woche' oder , Heilige Woche' genannt.

    ¬∑ Nichts kennzeichnet diese Woche so sehr wie das Zeichen des Kreuzes: Jesus starb am Kreuz. Und diese Woche erz√§hlt von durchkreuzten Hoffnungen seiner Anh√§nger. Damit r√ľhrt diese Woche an eine schwerwiegende Wahrheit unseres Lebens, das immer wieder durchkreuzt zu werden droht, - von der Wirklichkeit selbst, von Krankheit und Tod. Die Leidensgeschichte Jesu verweist uns auf den sym-pathischen, den mit- leidenden Gott.

  • Wie k√∂nnen wir diese Woche begehen?

    · Wir können sie als ruhige, besinnliche Woche gestalten, ohne laute Musik und ausgelassene Feiern.

    · In unserer Gemeinde finden in diesen Tagen keine Arbeits- und Ausschuss-Sitzungen statt, um so mehr Zeit und Raum zur Besinnung zu haben.

    ¬∑ Die Karwoche bietet auch die Gelegenheit mit Kindern ins Gespr√§ch zu kommen √ľber Themen wie Leiden und Tod und unsere Hoffnung und Hoffnungsbilder.

    · Auch ein Friedhofsbesuch kann in dieser Woche seinen Platz finden.

    · Wir können Weizenkörner oder Grassamen in die dunkle Erde säen und dann beobachten, wie sich neues Leben Bahn bricht.

    ¬∑ Weil diese Woche wie die Fastenzeit insgesamt stark gepr√§gt ist vom Gedenken an den Leidensweg Jesu, sollte das √∂sterliche Schm√ľcken von Haus und Garten erst am Ostersonnabend, und nicht schon vorher stattfinden! Nach christlichem Verst√§ndnis reicht die Osterzeit von Ostern bis Pfingsten und dies sollte auch die Zeit des Osterschmucks sein.

    · In unserer Gemeinde finden in dieser Zeit in der Regel Kinderbibeltage oder Kinderkirchen statt.

 

Palmsonntag

Hintergrund:

    · An diesem Sonntag vor Ostern erinnern wir uns an den bejubelten Einzug Jesu in Jerusalem und haben zugleich seine Passion, seinen Weg ans Kreuz vor Augen.

    ¬∑ In den katholischen Gemeinden wird dieser Tag oft mit einer Palmprozession begangen. Im Gottesdienst werden die Palmb√§ume aus Weidenk√§tzchen, Wacholder, Buchsbaum oder Haselzweigen gesegnet und zu Hause in eine Vase oder ans Kreuz gestellt. Sie sollen Segen bringen und vor Ungl√ľck bewahren. Im n√§chsten Jahr werden sie zu Aschermittwoch verbrannt.

  • Wie k√∂nnen wir dieses Fest feiern?
  • ¬∑ Wir k√∂nnen einen Palmstock selber binden .

    · Sich die Geschichte vom Einzug Jesu in Jerusalem in einer Kinderbibel gemeinsam mit den Kindern anschauen.

 

Gr√ľndonnerstag

Hintergrund:

    ¬∑ ‚ÄěGr√ľn" kommt von dem alten deutschen Wort ‚Äěgronan" und hei√üt ‚Äěweinen", - es war der letzte Abend Jesu hier auf Erden.

    ¬∑ Jesus kam mit seinen J√ľngern zusammen und hat zum letzten Mal mit ihnen Brot und Wein/Traubensaft geteilt. Er hat das Abendmahl eingesetzt: Jesus nimmt Brot und Wein, dankt Gott daf√ľr, segnet diese Gaben, teilt sie mit seinen J√ľngern und spricht: Esst und trinkt. Das ist das Brot des Lebens und der Kelch des Heils - f√ľr euch gegeben. Wann immer ihr Brot und Wein in meinem Namen teilt und gemeinsam esst, bin ich bei euch mit meiner Liebe.

    · Deshalb heißt das Abendmahl Abendmahl weil Jesus es am Abend einsetzte. Wir feiern es meistens am Morgen/Vormittag im Gottesdienst.

  • Wie k√∂nnen wir diese Zeit im Jahr feiern?
  1. ¬∑ Es gibt den Brauch, an diesem Tag gr√ľne Speisen zu essen, also z.B. gr√ľne Kr√§utersauce oder –suppen, Spinat oder Gr√ľnkohl.
  2. ¬∑ Wir k√∂nnen uns die biblische Geschichte vom Gr√ľndonnerstag mit unseren Kindern in der Bibel angucken.
  3. ¬∑ Wir k√∂nnen uns beim Abendbrot an Jesu letztes Mahl erinnern und ein Fladenbrot miteinander teilen und essen und uns aus einem Krug Traubensaft in unsere Gl√§ser/Becher f√ľllen.

 

Karfreitag

Hintergrund:

· An diesem Tag ist Jesus am Kreuz gestorben.

Wie können wir diesen Tag begehen?

    ¬∑ Wir k√∂nnen in einer Kinderbibel den Weg Jesu ans Kreuz gedanklich und mit unseren Gef√ľhlen mitgehen.

    · Wir können uns mit dem Kreuz, dem Erkennungszeichen der Christen, beschäftigen und z.B. ein eigenes Kreuz malen.

    · Karfreitag ist ein Tag der Stille.

    ¬∑ Auch beim Fr√ľhjahrsdom in Hamburg ist am Karfreitag Ruhe.

    · Kein Fleisch essen, sondern z.B. Fisch. In der christlichen Tradition ist jeder Freitag ein Gedenktag an den Karfreitag, an dem ähnlich wie in der Fastenzeit kein Fleisch, sondern Fisch gegessen werden kann.

    · Einen Gottesdienst besuchen.

    ¬∑ Wir k√∂nnen gemeinsam dar√ľber nachdenken, worunter Menschen heute √ľberall auf der Welt leiden, und wie wir damit umgehen.

 

Ostern

Hintergrund:

    ¬∑ Der Termin f√ľr das Osterfest kann jedes Jahr anders sein, weil wir Ostern am Sonntag nach dem ersten Fr√ľhjahrsvollmond feiern, der fr√ľheste Termine ist der 22.M√§rz, der sp√§teste der
    25.April.

    · Diese Terminfestlegung macht den Bezug zum Erleben in der Natur
    deutlich: das Erwachen der Natur aus der winterlichen Erstarrung.

    ¬∑ Der Name stammt wahrscheinlich aus der germanischen Vorzeit: vermutlich war Ostern das Fest der Fr√ľhlingsg√∂ttin Ostara, m√∂glicherweise aber auch einfach das Fr√ľhlingsfest, an dem man das neue, aus dem Osten aufsteigende Licht der Sonne feierte.

    ¬∑ Ostern ist das √§lteste und zentrale Fest der Christen: Wir feiern die Auferstehung Jesu Christi, - den Sieg des Lebens √ľber den Tod. Es ist ein Fest der Freude und der Hoffnung.

    · Jeder Sonntag erinnert uns an den Ostersonntag, ist ein kleines Auferstehungsfest

    ¬∑ Viele Lebenssymbole wie zum Beispiel das Ei (seine Schale ist wie ein verschlossenes Grab, aber das K√ľken bricht sich seinen Weg zum Leben heraus), Licht und Hase (bringen im Fr√ľhling viele Jungen, neues Leben zur Welt) pr√§gen die Br√§uche zu, diesem Fest.

Wie können wir diesen Tag feiern?

    ¬∑ Am Ostersonnabend das Haus und ggf. den Garten/Balkon √∂sterlich schm√ľcken.

    · Eine Osterkerze selbst gestalten.

    ¬∑ Den Tisch mit Osterglocken schm√ľcken, die um die Osterzeit bl√ľhen. Die verschlossene Bl√ľte kann uns an den Tod Jesu erinnern, die Bl√ľte an das neue Leben, zu dem er aufstanden ist.

    · Die biblische Ostergeschichte mit unseren Kindern zusammen lesen.

    · Einen Oster(familien)gottesdienst besuchen.

 

Himmelfahrt

Hintergrund:

  • 40 Tage nach Ostern feiern wir dieses Fest.
  • Es entstand erst 400 Jahre nach Jesu Tod und wird in der katholischen Kirche oft mit festlichen Umz√ľgen gefeiert.
  • In der Bibel wird erz√§hlt, dass Jesus nach seiner Auferstehung noch einmal seinen Freunden begegnete. Er macht ihnen Mut und sagte ihnen, dass sie mit Gottes Hilfe allen Menschen von der Liebe Gottes erz√§hlen sollten. Danach war Jesus nicht mehr sichtbar. Die Freunde erkl√§rten es sich so, das er auf einer Wolke in den Himmel fuhr. Heute sagen wir: Jesus kehrte zu Gott zur√ľck, und in unseren Gedanken und Herzen ist er bei uns.

Wie können wir das feiern?

    ¬∑ Wir k√∂nnen diesen Feiertag als Familientag unter Gottes Himmel erleben und mit einem Ausflug uns bewu√üt machen: Es gibt den sichtbaren Himmel, an dem wir z.B. Flugzeuge sehen k√∂nnen, und den unsichtbaren Himmel, den Himmel Gottes. Das ist ein Ort, den man nicht beschreiben kann, der √ľberall sein kann, ein Ort, wo wir bei Gott sind, bei ihm aufgehoben sind.

    · In Deutschland wird dieser Tag auch oft als Vatertag gefeiert. Die Festlegung auf diesen Tag ist zufällig und hat mit dem christlichen Himmelfahrtsfest nichts zu tun.

 

Pfingsten

Hintergrund:

  • Das Wort Pfingsten kommt vom griechischen Wort pentekoste'und hei√üt 50: Wir feiern dieses Fest 50 Tage nach Ostern, zwischen dem 10. Mai und dem 13. Juni.
  • Pfingsten ist das Fest des Heiligen Geistes und der Geburtstag der Kirche.
  • Wir erinnern uns an den ersten √∂ffentlichen Auftritt der Freunde Jesu in Jerusalem-. Seit seinem Tod hatten sie sich versteckt gehalten, verschlossen, aber an diesem Tag wurden sie vom heiligen Geist Gottes erfasst , verliessen das Haus und und verk√ľndeten laut: Jesus lebt! Er ist nicht tot! Er ist auferstanden und der Retter, auf den wir gewartet haben. Mit ihrer Begeisterung rissen sie viele Menschen mit. In der Bibel hei√üt es, das sich an diesem Tag 3000 Menschen taufen lie√üen und so die erste Gemeinde von Christen entstand.
  • Der Heilige Geist wird oft als Taube dargestellt (verbindet Himmel und Erde).
  • Gottes guter Geist gibt Mut, dass wir unsere Angst √ľberwinden, er bringt uns wie ein Wind in Bewegung, begeistert uns (,wir sind Feuer und Flamme') und schafft Gemeinschaft.

Wie können wir das Fest feiern?

    ¬∑ Das Pfingstfest ist der feierliche Abschluss der Osterzeit, - jetzt k√∂nnen wir den Osterschmuck abschm√ľcken (vgl. Karwoche) ...

    ¬∑ Unsere Gemeinde feiert Pfingstsonntag, den Geburtstag der Kirche, immer  gemeinsam mit der katholischen Gemeinde in der Heilig-Geist-Kirche im Rahlstedter Weg.

    ¬∑ Wir k√∂nnen gemeinsam mit unseren Kindern √ľberlegen: Was begeistert mich, - wof√ľr lasse ich mich begeistern, - kann ich Gottes guten Geist in meinem Leben sp√ľren?

In vielen Regionen existieren Pfingstbr√§uche, so zum Beispiel das Pfingstbaumpflanzen, das Schm√ľcken des Pfingstochsen, oder das sogenannte ‚ÄěBirkenstecken": In der Pfingstnacht machen sich Junggeselle auf, um ihrer Liebsten eine Birke an die Hauswand zu stellen, und damit ihre Zuneigung zu ihr auszudr√ľcken.

Erntedankfest

 

Hintergrund:

Ende September/Anfang Oktober  feiern wir das Erntedankfest. Die Kirche wird sch√∂n geschm√ľckt mit allen Gaben, die geerntet wurden: das Korn, das Gem√ľse, das Obst. Wir danken f√ľr diese Gaben, f√ľr Gottes Sch√∂pfung, f√ľr die Sonne und den Regen. Gott hat uns diese Erde anvertraut  und wir sollen gut mit ihr umgehen

Jedes Jahr zum Erntedankfest sammeln die evangelischen Kirchen Geld f√ľr die Aktion ‚ÄěBrot f√ľr die Welt“ und unterst√ľtzen damit Menschen in den armen L√§ndern.

Wie können wir dieses Fest feiern:

    ¬∑ Wir machen einen Spaziergang und sammeln Gaben f√ľr einen sch√∂nen Erntedank-Tisch Zuhause.

    ¬∑ Auf diesen Tisch k√∂nnen wir auch gekaufte Lebensmittel legen. Wir danken f√ľr alles, was wir sonst oft so selbstverst√§ndlich und gedankenlos essen und trinken.

    ¬∑ Wir z√ľnden zum Essen eine Kerze an und sprechen kleine Tisch- und Dankgebete zum Essen; z.B.: Guter Gott, wir danken dir f√ľr unser Essen und Trinken. Segne uns und unsere Gemeinschaft.  Hilf uns mit anderen zu teilen. Amen.

    · Wir besuchen einen Erntedank-Gottesdienst.

    Reformationsfest am 31.Oktober

     

    Hintergrund:

    Am 31.10.1517 schlug der M√∂nch Martin Luther 95 Thesen an die T√ľr der Schlosskirche von Wittenburg. Er kritisierte die Zust√§nde in der Kirche seiner Zeit wollte eine √∂ffentliche Diskussion dar√ľber in Gang setzen. In der Folge kam es zur Trennung von der katholischen Kirche und zur Gr√ľndung der evangelischen Kirche.

    Reformation heißt Erneuerung, Umgestaltung. Die Reformation ist nicht nur eine einmalige geschichtliche Erinnerung. Jede Kirche muss sich immer wieder erneuern. So wir selbst auch.

    Wie können wir diesen Tag feiern?

    · In den meisten Bundesländern ist er kein Feiertag mehr. Trotzdem finden viele Gottesdienste statt. In unserer Gemeinde laden wir am Vormittag Grundschulklassen zum Reformationsgottesdienst ein.

    ¬∑ Seit einigen Jahren verbreitet sich der Halloween-Brauch: Am Vorabend vom Allerheiligenfest, in der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November, ziehen  kost√ľmierte Kinder und Jugendliche mit der Frage "S√ľ√ües oder Saures?" von T√ľr zu T√ľr. Dieser Brauch kommt aus Irland und Nordamerika. Am gleichen Termin wurde zuvor bereits das alte keltische Fest Samhain gefeiert. Daher glauben einige, dass Halloween auf irisches oder gar keltisches Brauchtum zur√ľckgeht. Diese Herleitung ist jedoch umstritten. Das Wort "Halloween" jedenfalls geht auf das Wort "All Hallows' Eve" (Vorabend von Allerheiligen) zur√ľck. In Deutschland wird dieser Brauch kritisiert

    - wegen seiner  Kommerzialisierung 

    - wegen der Verdr√§ngung der christlichen Feste Reformationstag und St.Martin (vielerorts gab es den alten Brauch, am Martinstag an den Haust√ľren Lieder zu singen, die nun von dem Ruf "S√ľ√ües oder Saures" verdr√§ngt werden)

    - weil der zugrundeliegende Sinn dieses Brauches völlig unklar bleibt.

    ¬∑ Damit Christinnen und Christen etwas S√ľ√ües geben, zugleich aber an die Bedeutung des 31.Oktober als Reformationstag erinnern k√∂nnen, gibt es das "Lutherbonbon":
    Die Bonbons k√∂nnen am Reformationstag an der Haust√ľr oder auch bei Halloween-Parties verteilt werden. Sie sind eine M√∂glichkeit, als Kirche offensiv und mit einem Augenzwinkern auf "Halloween" zu reagieren. Auf jedem Bonbon finden die Kinder die Internetadresse ‚Äělutherbonbon.de“ mit vielen Informationen zum Reformationstag. Solche Bonbons k√∂nnen wir auch selber herstellen und verteilen.

Buß- und Bettag

 

Hintergrund:

Der Bu√ü- und Bettag ist ein Tag (Mittwoch im November), an dem man sich Zeit nehmen soll, in Ruhe √ľber sich selbst nachzudenken: Was ist mir gelungen, womit bin ich zufrieden? Aber auch: Was habe ich falsch gemacht, was m√∂chte ich ver√§ndern in meinem Leben? Was sagt Gott zu meinem Leben?

Buße heißt umkehren.

Eingef√ľhrt wurde der Bu√ü- und Bettag, damit alle Menschen eines Landes wenigstens einmal im Jahr sich auf Missst√§nde und Gefahren besinnen und dar√ľber nachdenken, wie man sie abwenden kann.

Wie können wir diesen Tag feiern?

Der Buß- und Bettag ist seit einigen Jahren kein gesetzlicher Feiertag mehr.

In den Kirchen werden an diesem Tag weiterhin Gottesdienste gehalten.

Es ist wichtig f√ľr uns Erwachsene und f√ľr unsere Kinder, dass es Zeiten der Ruhe gibt, Zeiten, um sich zu besinnen und √ľber das eigene Leben nachzudenken. Es ist gut, sich solche selten Zeiten frei zu halten, - daran will uns dieser kirchliche Feiertag erinnern.

Allerheiligen, Allerseelen, Totensonntag

 

Hintergrund:

Im November denken die Christen in besonderer Weise an die Verstorbenen. In der katholischen Kirche gibt es daf√ľr zwei Gedenktage: An “Allerheiligen“ (1.11.) wird an die Heiligen gedacht, also die Frauen und M√§nner, die im Namen Jesu besondere Taten vollbrachten. An ‚ÄěAllerseelen“ (2.11.) gedenken die Katholiken aller ihrer Toten.

In der evangelischen Kirche wird am Sonntag vor dem 1. Advent, dem Toten- und Ewigkeitssonntag, an die Verstorbenen im Gottesdienst gedacht, ihre Namen verlesen und Kerzen f√ľr sie angez√ľndet.

Wie können wir diesen Tag begehen?

    ¬∑ Wir k√∂nnen mit den Kindern auf den Friedhof gehen, uns gemeinsam an die Verstorbenen erinnern und von ihnen erz√§hlen, ihre Gr√§ber schm√ľcken und auf dem Grab eine Kerze f√ľr sie anz√ľnden.

    ¬∑ Damit wird sichtbar: Sie sind nicht vergessen. Sie hinterlassen √ľber ihren Tod hinaus Spuren in unserem Leben. Und wir Christen haben die Hoffnung, dass mit dem Tod nicht alles aus ist, sondern Gott uns ein neues Leben schenkt in seinem ewigen Reich des Friedens und der Liebe. Auch daf√ľr ist die brennende Kerze ein Zeichen: Die Verstorbenen leben nun umfangen von Gottes ewigem Licht.

St. Martin (11.11.)

Hintergrund:

An diesem Tag denken wir an Sankt Martin, der vor vielen hundert Jahren – im 4. Jahrhundert – lebte. 

Martin hat damals den Menschen vorgemacht, wie man das Teilen lernt:

Martin war, wie schon sein Vater, ein r√∂mischer Soldat. Eines Tages ritt er auf seinem Pferd durch Gallien, ein von den R√∂mern besetztes Land. Vor einem Stadttor begegnete er einem Bettler, der halbnackt, nur in Lumpen gekleidet, am Wegrand sa√ü und fror. Martin hatte  Mitleid mit ihm, nahm seinen gro√üen warmen Umhang und teilte ihn mit seinem Schwert. Eine H√§lfte davon schenkte er dem Bettler, der sie dankbar entgegennahm. Dann ritt er weiter.

Als er nachts schlief, erschien ihm im Traum Jesus.  An dem halben Mantel, den er trug, erkannte Martin in ihm den Bettler. Jesus sprach: ‚ÄěWas du diesem Bettler gegeben hat, das hast du mir gegeben.“

Martin ließ sich taufen und wurde Christ und Priester, später sogar Bischof. Er lebte bis ins hohe Alter auch als Bischof wie ein Mönch in Armut. Er war durch seine Menschenfreundlichkeit bekannt und beliebt,- er brachte Licht in das Dunkel vieler Menschen.

Wie können wir dieses Fest feiern?

  • - Mit Laternenumz√ľgen und Liedern erinnern wir uns an St. Martin. Wir beginnen den Umzug mit einer Andacht in der Kirche, in der die Vorschulkinder die Martinsgeschichte vorspielen.
  • - Wir k√∂nnen eine Laterne mit unseren Kindern basteln mit Motiven aus der Martinsgeschichte.
  • - In unserer Gemeinde findet um den 11.11. herum der Farmsener Basar statt: Die H√§lfte des Geldes  ist  f√ľr unsere Partnergemeinde in Tansania  bestimmt.
  • - Wir k√∂nnen mit unseren Kindern gemeinsam √ľberlegen, wo wir etwas teilen und abgeben k√∂nnen.
  • - Als Brauch ist heute auch noch das traditionelle Martinsgans-Essen verbreitet. Es hat seinen Ursprung angeblich in einer Episode aus Martins Leben: Als man ihn zum Bischof von Tours ernennen wollte, versteckte er sich einer Legende nach in einem G√§nsestall, weil ihm die hohe Verantwortung Angst machte. Die G√§nse schnatterten so laut, dass Martin gefunden wurde. Als ‚ÄěStrafe“ werden daher an seinem Gedenktag die G√§nse verspeist.
  • - Man kann auch Martinsg√§nse aus einem s√ľ√üen Teig backen und an diesem Tag verteilen und genie√üen.

Advent

Hintergrund:

Das lateinische Wort ‚ÄěAdvent“ bedeutet ‚ÄěAnkunft“. Adventszeit nennen wir die vier Sonntage vor dem Weihnachtsfest. Es ist die Zeit des Wartens und der inneren und √§u√üeren Vorbereitung auf die Geburt Jesu:

Jesus soll ‚Äöankommen‘ in unseren Herzen und sie bereit machen f√ľr Frieden und Vers√∂hnung. Wir denken dar√ľber nach, was wir selbst dazu beitragen k√∂nnen, damit es friedlicher und gerechter zugeht auf der Welt.

Vor vielen hundert Jahren wurde festgelegt, dass das neue Jahr in der Kirche (das Kirchenjahr)  nicht am 1.Januar, sondern am 1. Advent beginnt.

Wie können wir diese Zeit im Jahr feiern:

    ¬∑ Seit 2004 gibt es in der Evangelischen Kirche die Aktion: ‚ÄěAlles hat seine Zeit – Advent ist im Dezember“. Mit dieser Aktion werden wir eingeladen, wirklich auf die Adventszeit mit ihren vielen Besonderheiten zu warten, sie dann erst zu genie√üen  und festzustellen: Lebkuchen  schmecken viel besser im Advent.

    ¬∑ Der Adventskranz wurde von J.H. Wichern 1839 erfunden: Im Rauhen Haus, einem Waisenhaus, traf man sich zur Andacht um einen Kranz mit vier dicken wei√üen Kerzen f√ľr die Sonntage und 19 kleinen roten Kerzen f√ľr die Tage dazwischen. Das Tannengr√ľn ist ein Hoffnungszeichen in der Zeit der kahlen Natur f√ľr das Wiedererwachen im Fr√ľhling.

    ¬∑ Der Adventskalender sah so aus, dass eine Mutter f√ľr ihren Sohn 24 Kekse auf eine Pappe n√§hte, von denen er jeden Tag einen vernaschen durfte. Dieser Sohn druckte 1903 die ersten Adventskalender mit Bildern f√ľr jeden Tag. Ab 1938 gab es dann die ersten mit Schokolade gef√ľllten Kalender zu kaufen.

    ¬∑ Kennen Sie den Brauch, am 4.12.(dem Barbaratag) Obstzweige in die Vase zu stellen, die dann zu Weihnachten bl√ľhen sollen? Der biblische Grund dieses Brauches ist ein Text, der am 2. Advent im Gottesdienst gelesen wird: ‚ÄěSeht den Feigenbaum und alle B√§ume an: Wenn sie jetzt ausschlagen und ihr seht es, so wi√üt ihr selber, dass jetzt der Sommer nahe ist. So auch ihr: wenn ihr seht, dass dies alles geschieht, so wi√üt ihr, dass das Reich Gottes nahe ist.“ (Lukas 21)

    ¬∑ Wissen sie, dass am 13.12. der Luciatag in Schweden gefeiert wird: Eine der T√∂chter weckt an diesem Tag wei√ügekleidet, mit einer roten Sch√§rpe und einer Krone mit 5-7 Kerzen auf dem Kopf die Familie mit Geb√§ck. Im Hintergrund steht folgende Legende:. Lucia lebte in Syrakus  zur Zeit der Christenverfolgungen unter Diokletian und war Christin. Sie hatte eine Erscheinung der Heiligen Agathe von Catania und lie√ü sich daraufhin taufen. Anderen Christen brachte sie Nahrungsmittel in die Katakomben. Um beide H√§nde zum Tragen freizuhaben, ging sie mit einer Krone aus brennenden Kerzen auf dem Kopf in die dunklen G√§nge.

Nikolaus

Hintergrund:

Der heilige Nikolaus lebte von 270-327 in Myra, das liegt in der heutigen T√ľrkei, und er war Bischof dieser Stadt. Es gibt viele Geschichten, die erz√§hlen, dass es ihm Freude machte, andere Menschen, besonders Kinder, gl√ľcklich zu  machen und dass er immer ein Helfer in gro√üer Not war.

Wie können wir diesenTag feiern:

  • ¬∑ Mit Liedern wie ‚ÄěLa√üt uns froh und munter sein....“
  • ¬∑ Mit kleinen Gaben wie ‚ÄöApfel, Nuss und Mandelkern‘, die wir heimlich in die Schuhe vor der T√ľr legen
  • ¬∑ Wir k√∂nnen diese Nikolaus-Geschichte erz√§hlen: ‚ÄěEs gab einmal einen Mann, der war sehr reich, und in der Gegend, in der wohnte, waren viele Menschen sehr arm und hatten kein Geld. Dar√ľber war er sehr traurig. Eines Tages h√∂rte er von einer Familie, die hatte drei Kinder. Und die Eltern konnten ihren Kindern nichts zu essen geben. Da ist er eines Abends heimlich an das Haus der Familie gegangen und hat einen Klumpen Gold vor die T√ľr gelegt. Die Eltern fanden am n√§chsten Morgen das Gold und konnten davon sehr lange Zeit ihre Kinder ern√§hren. Dieser Mann hei√ü Nikolaus.

Weihnachten

Hintergrund:

Im 4. Jahrhundert feierten Christen in Rom dieses Fest zum ersten Mal: man einigte sich auf den 25. Dezember als Geburtstag Jesu. Dies war der Tag der Wintersonnenwende, an dem die R√∂mer den Geburtstag ihres ‚Äěunbesiegbaren“ Sonnengottes feierten. Diese alte Fest wurde nach und nach vom Weihnachtsfest der Christen verdr√§ngt.

Warum nennen wir das Fest ‚ÄěWeihnachten“? In alter deutscher Sprache hei√üt die ‚Äěheilige Nacht“ √ľbersetzt ‚Äěwihe nacht“ – daraus wurde ‚ÄěWeihnacht“.

Am Heiligen Abend feiern wir den Geburtstag von Jesus, von Gottes

Sohn. Er wurde in einem Stall bei Bethlehem geboren. Die Engel verk√ľndeten denhirten,die auf denFeldern ihre Schafe h√ľteten, die frohe Botschaft: ‚ÄěGottes Sohn kommt zu euch auf die Welt. Ehre sei Gott in der H√∂he und Friede auf Erden.“ -  Gott will uns nicht als ferner Herrscher begegnen, sondern in Menschen wie dir und mir, in seinem Sohn. Gott will, dass Frieden herrscht auf Erden.

Wie können wir diesen Tag feiern:

    · Die biblische Weihnachts-Geschichte Zuhause vor der Bescherung vorlesen.

    · Einen Weihnachtsgottesdienst besuchen.

    · In der Adventszeit Zuhause eine Krippe aufbauen, - jeden Adventssonntag kommen mehr Figuren dazu, - das Jesus-Kind wird erst nach dem Gottesdienst, oder nach der Lesung der biblischen Geschichte dort in die Krippe gelegt.

    · Singen von Weihnachtsliedern

    · Basteln von kleinen Geschenken

    ¬∑ Beim Schenken sich bewu√üt machen: Wir werden Weihnachten alle von Gott beschenkt: Er kommt als Mensch f√ľr uns in diese Welt, weil er uns liebt!

    ¬∑ Christliche Lichtbr√§uche: Aus Irland wird der Brauch berichtet, dass an Weihnachten in alle Fenster des Hauses brennende Kerzen gestellt werden; die T√ľren werden nicht verschlossen, sondern nur angelehnt. Kerzen im Fenster und offene T√ľren sollen Zeichen der Freude und der Gastfreundschaft sein.

Silvester und Neujahr

Hintergrund:

Die Bezeichnung des letzten Jahrestages im  Kalender geht auf  Papst Silvester I. zur√ľck: Im Jahr 1582 wurde durch die Gregorianische Kalenderreform der letzte Tag des Jahres vom 24. Dezember auf den 31. Dezember verlegt, den Todestag des Papstes Silvester I. (‚Ć 31. Dezember 335).

In einigen Gegenden wird dieser Tag, quasi als Gegenst√ľck zum folgenden Neujahrstag, auch Altjahr, Altjahrsabend oder das Alte Jahr genannt.

Wie können wir das feiern?

    ¬∑ Im deutschsprachigen Raum wird das Jahr oft mit Feuerwerk, B√∂llern, Bleigiessen oder (Mitternachts)gottesdiensten beendet. W√§hrend das Feuerwerk fr√ľher dazu diente, ‚Äěb√∂se Geister“ zu vertreiben, ist es heute ein Ausdruck von Vorfreude auf das neue Jahr.

    ¬∑ In einigen Gebieten Schleswig-Holsteins und Niedersachsens ist es Brauch, dass sich am Silvesterabend die Kinder verkleiden und Rummelpott laufen. Hierbei werden √ľberlieferte plattdeutsche Rummelpottlieder wie Fru mok de D√∂r op vor den Haust√ľren der Nachbarschaft gesungen. Die Kinder bekommen an der Haust√ľr S√ľ√üigkeiten und Geld. Ursprung ist ein germanischer Brauch – es geht darum, die Geister zu vertreiben.

    ¬∑ In den letzten Jahren wurde immer wieder dazu aufgerufen, auf das Feuerwerk zu verzichten, und das Geld stattdessen f√ľr einen wohlt√§tigen Zweck zu spenden. Der bekannteste Aufruf war ‚ÄěBrot statt B√∂ller“ bzw. 2004: ‚ÄěReis statt B√∂ller“. Ende Dezember 2004 rief wegen der Flutkatastrophe die deutsche Bundesregierung dazu auf, lieber Geld f√ľr die Hilfsorganisationen zu spenden, als es f√ľr Feuerwerk auszugeben.

    ¬∑ In den meisten anderen europ√§ischen L√§ndern ist Silvester dagegen wesentlich stiller, z. B. werden in Norwegen nur Raketen gez√ľndet.

Heilige Drei Könige am 6.Januar

Hintergrund:

Der Stern, der √ľber dem Stall in Bethlehem stand, f√ľhrte drei M√§nner von weit her zu Jesus. Wir nennen sie die ‚ÄěHeiligen Drei K√∂nige.“

Aber es waren wohl keine Könige, sondern Sterndeuter aus dem Morgenland, die Geschenke mitbrachten: Gold, Weihrauch und Myrrhe.

Morgenland nannte man die Länder im Osten, denn dort geht am Morgen die Sonne auf.

Im Laufe der Zeit hat man  sich die K√∂nige  so vorgestellt, dass sie aus verschiedenen Kontinenten kamen: aus Afrika, Asien und Europa, - aus der damals den Christen bekannten Welt. Das schl√§gt sich auf vielen Abbildungen nieder. Man nannte sie C(K)aspar (Afrika), Melchior und Balthasar.

Der ‚ÄěDreik√∂nigstag“ hei√üt in der Kirche auch ‚ÄěEpiphanias“. Das ist ein griechisches Wort und bedeutet ‚ÄěTag der Erscheinung“. Gemeint ist damit die Ankunft von Jesus in der Welt.

Wie können wir das Fest feiern?

    ¬∑ Vielleicht haben sie am 6. Januar schon einmal Kinder gesehen, die als K√∂nige verkleidet, als Sternsinger von Haus zu Haus ziehen. Dieser Brauch ist in der katholischen Kirche verbreitet. Die ‚ÄöK√∂nige‘ sammeln Geld f√ľr Notleidende in aller Welt.

    ¬∑ Bei katholischen Christen gibt es den Brauch, die Anfangsbuchstaben der drei K√∂nige zwischen die Jahreszahlen (20C+M+B08) mit Kreide √ľber den T√ľrbalken zu schreiben am 6.1.. Das bedeutet: Christus  m.....  benedicere (lat.) = Christus segne das Haus und seine Bewohner.

    ¬∑ Dieses Fest liegt f√ľr uns am √úbergang von der festlichen Weihnachtszeit zum Alltag, - oft beginnt dann der Schul- und Berufsalltag wieder f√ľr alle. Diesen √úbergang kann man sich bewu√ütmachen und z.B. ein letztes Mal die Kerzen am Tannenbaum anz√ľnden um sich von dem diesj√§hrigen Weihnachtsfest zu verabschieden und sich Kraft und Zuversicht f√ľr den Alltag zuzusprechen. Es ist √ľblich, den Tannenbaum bis zum 6.1. stehen zu lassen und ihn dann abzuschm√ľcken.

Christus spricht: ich bin das Licht der Welt

 

 

 

Interviews mit Menschen in unserer Gemeinde:

Marianne Laaksonen

Marianne Laaksonen
Mitglied des Kirchengemeinderates seit 2008
Zehn Fragen von Ingrid Frank

Sie engagieren sich im neu gewählten Vorstand des Kirchengemeinderates. Was motiviert Sie zu diesem Ehrenamt?

ML: Obwohl ich nicht regelm√§√üig in den Gottesdienst gegangen bin, war doch diese Kirchengemeinde immer ein wichtiger Teil meines heimatlichen Umfeldes. Hier nutzte ich die Angebote, nahm teil an Veranstaltungen, engagierte mich f√ľr den Tr√§gerverein Gemeindehaus Berne. Im Kirchenvorstand m√∂chte ich mitarbeiten bei der Gestaltung eines lebendigen Gemeindelebens. Auch die Vertretung der Berner Gemeindeglieder in der Kirchengemeinde Farmsen-Berne ist mir wichtig.

Welches sind Ihre Schwerpunkte in der Gemeindearbeit?

ML: Ich m√∂chte die Menschen in Farmsen-Berne dar√ľber informieren,  wie vielf√§ltig das Gemeindeleben hier ist. Darum arbeite ich mit in den Redaktionen f√ľr den Gemeindebrief und f√ľr die homepage. In den letzten Monaten hat eine Gruppe sehr intensiv das Jubil√§um zu ‚Äě70 Jahre Friedenskirche Berne“ vorbereitet. Hier habe ich mich ebenfalls engagiert. Nat√ľrlich geh√∂re ich weiterhin zu den Unterst√ľtzern vom Tr√§gerverein Gemeindehaus Berne. Und jetzt - nachdem mein Arbeitsleben durch Altersteilzeit ausl√§uft – finde ich endlich auch Zeit, in der Biografie-Werkstatt mitzuarbeiten.

Sie sind im Urlaub häufig in Finnland, der Heimat Ihres Mannes, und kennen die finnische lutherische Kirche. Wo sehen Sie bei einem Vergleich wesentliche Unterschiede zu unserer Kirche?

ML: In Finnland geh√∂ren die meisten Menschen zur evangelisch-lutherischen Kirche. Obwohl die Gleichberechtigung in Finnland sehr wichtig genommen wird, hat  es bis 1986 gedauert, ehe eine Frau als Pastorin t√§tig sein konnte. Bisch√∂finnen gibt es heute noch nicht. Die Pastoren in der finnischen Kirche  werden von vielen Hauptamtlichen unterst√ľtzt, die in der Kinder- und Jugendarbeit, der Diakonie und der √Ėffentlichkeitsarbeit mitarbeiten.

Mein Eindruck des religi√∂sen Lebens in Finnland ist nat√ľrlich sehr subjektiv, gepr√§gt vor allem durch Urlaubseindr√ľcke in einer l√§ndlichen Region. Die Liturgie hat einen hohen Stellenwert, viele Lieder kenne ich aus unserem Gesangsbuch. Die Predigten sind nicht so alltagsbezogen, wie ich es aus meiner Kirchengemeinde hier in Hamburg kenne.  Vielleicht laufen die Gottesdienste in einer st√§dtischen Gemeinde ganz anders ab.

Wie verlief Ihre religiöse Sozialisation?

ML: Ich bin in Berne aufgewachsen, wurde hier auch 1964 konfirmiert. Dass der Konfirmandenunterricht von Pastor Rothacker nicht besonders einladend war, habe ich schon f√ľr die Festschrift zum Kirchenjubil√§um geschrieben. Der ‚Äěneue“ Pastor Dr. Mack schaffte es dennoch, viele junge Menschen – und auch mich - f√ľr die Jugendarbeit zu begeistern. Die Hochzeit mit meinem Mann und die Taufen unserer Kinder fanden in der Finnischen Seemannskirche in Hamburg statt, weil dort die kirchliche Heimat meines Mannes ist.

Nach dem Studium wurde die Ev. Kirche auch mein Arbeitgeber. ‚ÄěDienste in √úbersee“ vermittelt seit den 60er Jahren Fachkr√§fte (Entwicklungshelfer) nach √úbersee in kirchliche Projekte und versucht durch Bildungs- und Informationsarbeit in Deutschland die Menschen f√ľr die Probleme in der ‚ÄěDritten Welt“  zu sensibilisieren. Mitarbeitende in kirchlichen Gremien – Laien und Theologen– lernte ich so unter ganz anderen Aspekten kennen. Ihr Engagement beeindruckte mich und f√ľhrte sicherlich auch zu meiner verst√§rkten Identifikation mit der Kirche.

Lesen Sie manchmal in der Bibel? Haben Sie einen Lieblingsbibeltext?

ML: Ein jegliches hat seine Zeit und alles Tun unter dem Himmel hat seine Stunde (Prediger 3)

Beten Sie regelmäßig ?

Ja, so kann ich den Tag ruhig und gelassen beginnen. In schwierigen Situationen hilft mir ein Gebet bei der Suche nach Lösungen und wenn ich traurig bin, finde ich Trost im Gebet

Wie haben Sie Ihren Kindern den christlichen Glauben vermittelt?

ML: Unsere Kinder waren in der Spielgruppe der Friedenskirche Berne, sie haben viele Jahre lang begeistert an den Kinderbibelwochen teilgenommen. Nat√ľrlich gingen sie zum Konfirmandenunterricht in Berne und manchmal besuchen sie auch mit uns Gottesdienste in der Friedenskirche.  Die jeweiligen Themen haben wir in Gespr√§chen aufgegriffen.  Unser Sohn lebt heute in Finnland und ist dort Mitglied einer Gemeinde, die M√§dchen wohnen ebenfalls nicht mehr bei uns. Sie haben sich aber nach Farmsen-Berne zur√ľckgemeinden lassen, weil sie diese Gemeinde immer noch als Heimatgemeinde empfinden.

Wohin gehen Sie, wenn Sie einmal so richtig durchatmen wollen?

ML: Wenn ich zur Ruhe kommen m√∂chte, gehe ich in unseren Garten. Dort wird der Kopf frei, w√§hrend die H√§nde etwas schaffen k√∂nnen. Das Wachsen und Bl√ľhen in der Natur macht deutlich, dass wir Menschen nicht alles selbst steuern k√∂nnen.

Welche B√ľcher/Autoren lesen Sie besonders gern?

ML: Ich lese gerne Krimis z.B. von Petra Oelker oder Leena Lehtolainen. Auch Biographien √ľber Menschen im Deutschland des letzten Jahrhunderts interessieren mich.

Wir feiern in diesem Jahr ‚Äě70 Jahre Berner Kirche“. Was w√ľnschen Sie sich f√ľr die Zukunft der KG Farmsen-Berne?

ML: Ich w√ľnsche, dass diese Kirchengemeinde so lebendig bleibt wie bisher, dass die Menschen sich darin geborgen f√ľhlen k√∂nnen und  dass sie sich weiter einsetzen f√ľr ein gutes Miteinander und f√ľr unsere gemeinsame Welt.
 

 

Irmela Klar

im Gespräch mit Inge Schmelmer

    Frau Klar wurde 1927 in Wtelno bei Bromberg geboren, lebt seit 1959 in Hamburg und seit 1967 in der Gemeinde Farmsen-Berne.

    Frau Klar, wie sind Sie zum christlichen Glauben gekommen?

    Mein Vater war Pastor. Ich bin als j√ľngste von 5 Schwestern damit aufgewachsen.
    Mein Vater hat mich 1943 konfirmiert. Mein Konfirmationsspruch lautet:

    ‚ÄěLobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn meine Seele und vergi√ü nicht, was er dir Gutes getan hat.“
    Dieser Psalmspruch begleitet mich durch mein Leben.

    Wie entstand der Kontakt zu unserer Gemeinde?

    Der Gottesdienst hat eine gro√üe Bedeutung f√ľr mich. Auch w√§hrend meiner Berufst√§tigkeit habe ich regelm√§√üig daran teilgenommen.

    Nachdem ich 1987 in den Ruhestand ging, konnte ich mich auch anderen ehrenamtlichen Aufgaben widmen.

    In welchen Bereichen engagieren Sie sich?

    Zun√§chst habe ich mich mit gro√üer Begeisterung im Handarbeitskreis eingesetzt. Das gemeinsame Arbeiten in fr√∂hlicher Runde hat viel Freude gemacht, und es entstand viel Gestricktes und Gen√§htes, das dann auf den j√§hrlichen Basaren verkauft wurde. Leider wurde der Arbeitskreis immer kleiner und l√∂ste sich dann nach fast 20 Jahren ganz auf. Nach wie vor stricke ich aber viele Paare Socken f√ľr Gro√ü und Klein zum Verkauf auf dem Basar.

    Die Unterst√ľtzung unserer Partner in Afrika – zun√§chst in Botswana und jetzt in Tanzania liegt mir sehr am Herzen.

    Eine andere sinnvolle Aufgabe ist f√ľr mich die Teilhabe am Besuchskreis. Wir gratulieren Senioren zu runden Geburtstagen und schenken ihnen Zeit und Aufmerksamkeit, √ľberbringen Gr√ľ√üe der Gemeinde.

    Werden Sie bei Ihren Besuchen immer freundlich empfangen?

    √úberwiegend ja, viele der Jubilare freuen sich √ľber den pers√∂nlichen Kontakt.

    Haben Sie Kontakt zu Gemeindegliedern im Elisabeth-Haus?

    Es ist immer schmerzlich, wenn Menschen aus unserer Mitte sehr krank werden und dann ihre bisherige Wohnung verlassen m√ľssen. Auf der Pflegestation im Elisabeth-Haus werden sie liebevoll umsorgt. Der regelm√§√üige Besuch bei langj√§hrigen Bekannten dort war mir wichtig.

    Ihr hilfreiches Zupacken kennen wir auch noch von anderen Veranstaltungen wie in der  Teestube, beim Osterfr√ľhst√ľck oder im Gottesdienst im Elisabeth-Haus.

    Ach, da habe ich doch nur Kaffee gekocht oder den Tisch gedeckt oder Gesangb√ľcher verteilt. Das mit anderen zusammen zu tun, hat mir Freude gemacht.

    Schon seit vielen Jahren sind Sie Mitglied sowohl im Behindertenkreis als auch im Bibelkreis

    Im Behindertenkreis genie√üe ich die so unterschiedlich gestalteten Zusammentreffen und habe auch mit gro√üer Freude an Freizeiten und Ausfl√ľgen teilgenommen.

    Der Zusammenhalt untereinander im Bibelkreis ist sehr gro√ü. Schon mit Pastor Mielck, dann mit Pastor Schr√∂der und jetzt mit Pastorin Dr. Usarski besch√§ftigen wir uns mit biblischen Texten und diskutieren √ľber andere Religionen. Auch privat sind dort viele Kontakte entstanden. Leider l√§√üt meine Kraft es nicht mehr zu, jemanden in einem  Rollstuhl zu schieben, um die Teilnahme zu erm√∂glichen. Aber zum Gl√ľck kommen wieder J√ľngere hinzu, die dann diese Betreuung √ľbernehmen.

    Haben Sie Kontakte zu anderen Kirchengemeinden oder Institutionen?

    Ich gehe gern zu Veranstaltungen der Rathaus-Passage, wie  Andachten und Bibelgespr√§chskreise.

    Welche W√ľnsche haben Sie f√ľr unsere Kirchengemeinde?

    Es w√§re sch√∂n, wenn die Gottesdienste  wieder besser besucht w√§ren!

    Ich w√ľnsche mir, die Entstehung eines neuen Handarbeitskreises. Das w√§re toll!