In der Mitte der Gesellschaft bleiben: Wohnprojekt f├╝r Menschen
 mit Demenz feierte Richtfest

Zur├╝ckblicken auf…..

…einen Tag voll Sonne konnten die Teilnehmer, des im M├ĄrzR├╝ck1 stattgefundenen Gemeindeausfluges zur Paula Modersohn-Becker Ausstellung. Viel ├╝ber die Kunstwerke erfuhren sie durch eine gelungene Lunchf├╝hrung mit gemeinsamen Mittagssnack zum Austausch und besseren Kennenlernen untereinander.

Zum zweiten Ausflug Ende April, der uns aus gegebenen Anlass zur Ausstellung ÔÇ×Frauen schreibenR├╝ck2 Reformationsgeschichte“ f├╝hrte, erfuhr die Gruppe von einer geschulten Begleiterin in der Hauptkirche St. Jakobi viele Einzelheiten ├╝ber Frauen, die durch ihr Wirken, gegen gesellschaftliche Wiederst├Ąnde, reformatorische Impulse in unserer Geschichte setzten. In gem├╝tlicher, nun schon bekannter, Runde ergaben sich viele anregende Gespr├Ąche unter den sieben Frauen und einem Mann bei Kaffee und Kuchen.

Es werden weitere Gemeindeausfl├╝ge folgen, mit der Hoffnung, weiterhin neue interessierte Menschen zu erreichen, die Lust an gemeinsamen Unternehmungen haben.

Kathrin M├╝nkel

 

Johannes Bugenhagen

Johanneum_bearbeitet-1

 gr├╝ndet das Johanneum

BugenhagenDas Johanneum wurde von Johannes Bugenhagen, dem geistlichen Gesandten des Reformators Martin Luther, am 24. Mai 1529 gegr├╝ndet. Der Rat der Stadt Hamburg folgte damit  Martin Luthers ÔÇ×Sendschreiben an die Ratsherren allerlei St├Ądte Deutschlands, da├č sie christliche Schulen errichten und halten sollen“

Interessant an Bugenhagens Berufung ist, dass sowohl der berufende Hamburger B├╝rgermeister Johann Wetken, als auch der berufene Reformator Johannes Bugenhagen Wurzeln in der Universit├Ąt Greifswald haben. Wetken hatte in Rostock Jura studiert und wurde 1505 Rektor der Hochschule Greifswald bevor er als Stadtschreiber in seine Heimatstadt zur├╝ckkehrte. Bugenhagen gilt als der prominenteste Absolvent der Greifswalder Universit├Ąt. Vielleicht sind sie sich dort schon begegnetl

 

Johannes Bugenhagen

Es luthert total und aus allen Kan├Ąlen, aber wenn Luther allein gewesen w├Ąre, h├Ątte sich die Reformation nicht so fl├Ąchengreifend durchsetzen k├Ânnen. F├╝r Hamburg ist Johannes Bugenhagen eine der wichtigen Personen. Bugenhagen kam 1528 mit seiner Frau Walpurga und der Tochter Sara nach Hamburg. Er sollte organisatorisch der Reformation eine Ordnung, eine Verfassung, geben. Drei Hamburger B├╝rgermeister empfingen die Familie und sehr reichlich wurden fettes Ochsenfleisch, Wein, Bier und Bedienstete bereitgestellt.

Bugenhagen hat sich gro├če Verdienste erworben, so zum Beispiel, indem er die Schulbildung auch f├╝r M├Ądchen (!) als Konsequenz der Taufe stark gemacht hat.

Kloster-St.-JohannisAber ich finde, dass die Reformatoren etwas falsch gemacht haben in Bezug auf die Kl├Âster. Es ist bedauerlich, dass wir Evangelischen alle Kl├Âster abgeschafft haben. Die Reformatoren haben die Nonnen und die M├Ânche verd├Ąchtigt, dass sie sich f├╝r besonders heilig hielten und somit ├╝ber die anderen Christen erheben wollten.

Heute sehnen sich wieder Menschen danach, einige Zeit an einem Klosterleben teilzunehmen, weil sie empfinden, dass sie sich dort selbst finden und auch Gott auf eine einzigartige Weise nahe kommen k├Ânnen.

Im letzten Sommer habe ich im Rahmen einer kirchengeschichtlichen Veranstaltung das Kloster St. Johannis in Hamburg, das heute ein Evangelisches  Damenstift ist und sich in der Heilwigstra├če im Stadtteil Eppendorf befindet, besucht.  Hier wohnen derzeit 70 Frauen, die ├╝ber 60 sind, in Wohnungen unter dem gro├čen Dach des Evangelischen Damenstiftes.

Aber nun zur├╝ck ins 16. Jahrhundert:

Die Nonnen haben sich damals heftigst dagegen gewehrt, als Bugenhagen ihr Kloster aufl├Âsen wollte. Bugenhagen beschimpfte sie als ÔÇ×L├╝genbr├Ąute Gottes“. Aber die Nonnen k├Ąmpften daf├╝r, ihren alten Glauben zu behalten und vor allem daf├╝r, in ihrer Gemeinschaft bleiben zu k├Ânnen.  Schlie├člich aber ergriffen Rat und B├╝rger gegen die aufm├╝pfigen Nonnen 1530 drastische Ma├čnahmen: Das sch├Âne Klostergeb├Ąude wurde einfach zerst├Ârt und nur die Nonnen, die zum evangelischen Glauben ├╝bertraten, durften an anderer Stelle in Hamburg als evangelische Frauengemeinschaft zusammen wohnen. Das heutige Geb├Ąude, Kloster St. Johannis, wurde 1914 in der Heilwigstra├če als Evangelisches Damenstift erbaut.

Pastorin Christa Usarski

(├ťber Johannes und Walpurga Bugenhagen kann man sich gut informieren:
www.hamburger-reformation.de

 

Martin Luther mit einigen wenigen Vorg├Ąngern und vielen Nachfolgern

Reformatoren

( Rijksmuseum, Amsterdam )

Dargestellt sind:

Sitzend von links: Martin Bucer (Buchstabe G, 1491–1551, Stra├čburgs Reformator), Johann Hus (B, ca . 1370 – 1415, Kirchenkritiker), Philipp Melanchthon (I, 1497–1560, Luthers Professorenkollege in Wittenberg), Hieronymus von Prag (C, nach 1370 – 1416, Kirchenkritiker), Martin Luther (E, 1483–1546), Johannes Calvin (H, 1509–1564, Genfs Reformator), Theodor v. Beza (P, 1519–1605, Calvins Nachfolger in Genf) und John Wyclif (A, ca. 1330 – 1384, Kirchenkritiker).

Stehend von links: Heinrich Bullinger (N, 1504–1575, Nachfolger Zwinglis in Z├╝rich), Petrus Martyr Vermigli (K, 1499–1562, Theologieprofessor italienischer Herkunft in Stra├čburg, Oxford und Z├╝rich), John Knox (L, 1514(?)–1572, Schottlands Reformator), Ulrich Zwingli (D, 1484–1531, Z├╝richs Reformator), Hieronymus Zanchi (O, 1516–1590, Theologieprofessor italienischer Herkunft in Stra├čburg und Heidelberg), William Perkins (Q, 1558–1602, Theologe des Puritanismus), Matthias Flacius (M, 1520–1575, lutherischer Theologe aus Istrien, Begr├╝nder der protestantischen Kirchengeschichtsschreibung) und Johannes Oekolampad (F, 1482–1531, Basels Reformator).

 In den Medaillons von links: Georg III., der Gottselige, F├╝rst von Anhalt (1507–1553), Johannes Laski (1499–1560, reformierter Theologe polnischer Herkunft in Ostfriesland und London), Guillaume Farel (1489–1565, reformierter Theologe in der franz├Âsischsprachigen Schweiz), Johannes Sleidanus (1506–1566, Historiker der Reformation), Philipp Marnix (1540–1598, reformierter Politiker und Schriftsteller) und Franciscus Junius (1545–1602, Theologieprofessor in Heidelberg und Leiden).

Wie aus den Lebensdaten hervorgeht, k├Ânnen die 16 Reformatoren und Vorreformatoren sich nie in dieser Form getroffen haben, weil nicht alle gleichzeitig lebten.

( Beitrag von MSchmelmer@t-online.de )

 

 

In der Mitte der Gesellschaft bleiben: Wohnprojekt f├╝r Menschen
 mit Demenz feierte Richtfest

Der Kirchengemeindeverband Rahlstedt baut auf dem Kirchengrundst├╝ck Greifenberger Str. 54 ein neues Geb├Ąude, in dem 10 Menschen mit Demenzerkrankung in einer Gemeinschaft rund um die Uhr betreut leben werden. Zehn Jahre lang wurde immer wieder geplant, gepr├╝ft, verworfen – bis endlich die Entscheidung fiel, ein neues Haus f├╝r demenziell Erkrankte und eine neue Diakoniestation zu bauen.

Gemeinde Neues Wohnprojekt1

Bauherr ist der Kirchengemeindeverband Rahlstedt, ein Zusammenschluss der vier Rahlstedter Kirchengemeinden (Alt-Rahlstedt, Farmsen-Berne, Markus und Meiendorf-Oldenfelde). Erstmals seit Jahrzehnten wurde vom Kirchengemeindeverband Rahlstedt wieder ein Bauprojekt realisiert.

Erm├Âglicht wurde dies in gro├čen Teilen durch Frida Bertha Schilling. Vor 30 Jahren hat diese in ihrem Testament festgehalten, dass ihr Nachlass hilfsbed├╝rftigen und vorwiegend alten Menschen auf dem Gebiet des KGV Rahlstedt in einem Gro├čprojekt zugute kommen solle. Herr Schmodde, einer der Nachlassverwalter, sagte zum Tage des Richtfestes: ÔÇ×Frau Schilling hat 1986 nicht zu hoffen gewagt, dass mit ihren finanziellen Mitteln etwas ganz Neues erstellt werden kann. Umso mehr w├╝rde es sie nun mit Freude und Stolz erf├╝llen zu erfahren, dass hier eine Wohngemeinschaft f├╝r Menschen mit Demenz entsteht, die ohne ihren Beitrag in dieser Form nicht realisiert werden k├Ânnte.“

Mit einem besonderen Wohn- und Pflegekonzept wird es demenziell erkrankten Menschen erm├Âglicht, in der Vertrautheit einer kleinen Gruppe am Alltag teilzunehmen und auf diese Weise l├Ąnger aktiv zu bleiben. Die individuelle Wohn- und Lebensform bietet Sicherheit und Orientierung mit ihrem Konzept der Alltagsn├Ąhe, ├ťberschaubarkeit und Geborgenheit. Wie in einer normalen WG ├╝blich, wird ├╝ber die Einrichtung von den Bewohnern gemeinsam entschieden. Die eigenen M├Âbel k├Ânnen in Abstimmung mit der Angeh├Ârigengruppe mitgebracht und dann auch in den Gemeinschaftsr├Ąumen aufgestellt werden. Auch Bilder und andere Erinnerungsst├╝cke erhalten ihren Platz. Voraussetzung f├╝r den Einzug ist eine diagnostizierte Demenz und m├Âglichst eine Pflegestufe. Es w├Ąre sch├Ân, wenn beim Einzug noch eine weitest m├Âgliche Mobilit├Ąt gegeben w├Ąre. Dies erleichtert ein Einleben in eine WG. Ein Verbleiben in der Wohngemeinschaft ist bis zum Lebensende m├Âglich.

Die R├Ąumlichkeiten entsprechen dem Leben in der eigenen Wohnung, das hei├čt: K├╝che, Ess-und Wohnzimmer und auch die Hauswirtschaftsr├Ąume werden gemeinschaftlich genutzt. Die Schlafr├Ąume und B├Ąder sind Individualr├Ąume und dienen als R├╝ckzugsr├Ąume. Die Privatsph├Ąre ist dadurch gesichert. Insgesamt spielen sich der Alltag und das t├Ągliche Leben wie in einer Familie ab. Mit Haushaltsaufgaben und Freizeitaktivit├Ąten wird der Tagesablauf strukturiert. Auch die Kontakte in die Stadtteilumgebung werden in diesem Betreuungskonzept genutzt. Der Kindergarten in der Kamminer Stra├če hat bereits angek├╝ndigt, dass gemeinsame Aktivit├Ąten gut vorstellbar sind.

Gemeinde Neues Wohnprojekt3Am 18. August 2016 konnte in der Greifenberger Stra├če Richtfest gefeiert werden. In vielen Gru├čworten wurde dieses Projekt gew├╝rdigt. Viele der G├Ąste waren Interessenten, die pr├╝fen wollten, ob f├╝r ihre Angeh├Ârigen ein Platz in dieser Wohnform interessant w├Ąre. Die Vertreter der Martha-Stiftung und der Diakoniestation haben vor Ort beraten k├Ânnen. Die Vermietungen f├╝hrt die Martha Stiftung durch. Der ambulante Pflegdienst ÔÇ×Ev. Diakoniezentrum Rahlstedt“ wird mit einem eigens daf├╝r geschaffenen Team 24 Stunden am Tag die Betreuung, Versorgung und Pflege ├╝bernehmen. Bei Interesse k├Ânnen auch Sie sich gern an die Diakoniestation unter der Telefonnummer 648 99 90 wenden.

Die Feier endete mit den Segensworten von Pastorin Cassens-Neumann:

        Gott segne dieses Haus
        Gott segne und besch├╝tze alle, die daran bauen,
        die darin wohnen und arbeiten,
        die da ein- und ausgehen werden.
        Gott segne und beh├╝te uns.

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Flyer Wohnprojekt